18.01.2012
Jubiläumsfeier
Bericht in der Nordsee-Zeitung zu den Vorbereitungen
29.12.2011
Reiterball
traditionell in Riehl`s Garten
12.12.2011
Voltigierer zeigen ihr Programm
Weihnachtsmarkt auf dem Schulhof in Dorum
1862 Vereinsgründung durch:
- Leutnant Pratje aus Spieka Neufeld,
- Tierarzt Dr. Hildebrand aus Spieka,
- Bauer Eibe Friedrich Hey aus der Waakelstraße,
- Heinrich Ringe aus Dorum,
- Eduard Spink aus Schmarren und
- Eibe Wübbern aus Alsum, der den Vorsitz übernahm.
Die Gründung geht auf die Geschichte zurück, dass der König von Hannover
das Wurster Land mit seiner Kutsche besuchte und die Wurster Bauern ihren
König durchs Wurster Land begleiten wollten. Jedoch mussten sie bald
feststellen, dass ihre Pferde nicht die Kondition hatten, um die königliche
Kutsche zu begleiten. Deshalb wurde beschlossen, dass Reiter und Pferde
trainiert werden mussten und somit wurde der Wurster Reitklub gegründet.
Schon damals wurde ein Turnier in jedem Sommer bei „Rhiel´s Garten“ in
Cappel veranstaltet, damals wurde ein jährlicher Ringreitkönig ermittelt.
Durch diese Art von Turnier sollte die „Kampfkunst zu Pferde“ trainiert
werden. Trainiert wurde dafür jeden Samstag unter der Anleitung von
Ulanen
in Sievern.
20 Jahre nach Vereinsgründung wird eine Kommission zum Bau einer Reitbahn gegründet. Jedoch blieb dieses Vorhaben ohne Erfolg und die Wurster Reiter hielten ihr Training weiterhin auf einem Acker ab.
1897 wurde das Wurster Trabrennen erstmals in der Hauptversammlung erwähnt und in das Turnierprogramm aufgenommen. Die Strecke wurde auf 1.500 m festgesetzt, bis heute wird dieses Trabrennen am Ende eines jeden Turnieres in Dorum veranstaltet. Teilnehmen dürfen dabei nur Vereinsmitglieder des Wurster Reitklubs. Eine weitreichende Tradition, die noch heute jeden Turniergast und Teilnehmer begeistert.
1906 wurden dann erstmals in den Protokollen die Jagdreiterei erwähnt.
Sechs Jahre später feierte der Wurster Reitklub dann sein erstes großes
Jubiläum. In der örtlichen Zeitung wurde auf dieses Fest aufmerksam gemacht.
In diesem Jahr gehörten dem Verein 52 männliche Mitglieder an. 13 Frauen
zählte der Verein ebenfalls, jedoch durften laut Satzungen Frauen keine
Mitglieder sein, sie durften lediglich am Training teilnehmen.
Im nächsten Jahr wurde nochmals ein Komitee zum Bau einer Reitbahn gegründet, diesmal wurde schon eine Überdachung mit eingeplant. Durch den ersten Weltkrieg von 1914 - 1918 konnte jedoch auch dieses Vorhaben vorerst nicht durchgeführt werden.
3 Jahre nach Kriegsende hatte sich die Reiterwelt weiter entwickelt. So
wurden nicht nur Ringreitturniere veranstaltet, es gab erste Spring- und
Materialprüfungen, sowie Fahrprüfungen auf dem jährlichen Turnier.
So kam es, dass in diesem Jahr die ersten Sprünge auf Vereinskosten
angeschafft wurden. Zudem stand das nächste Vereinsjubiläum an.
1922 feierte der Verein seine 60jährige Geschichte und um die Feier
ausrichten zu können wurde jedes Mitglied zu einer Zahlung von 55 DM
veranlasst.
Die Ausschreibung umfasste mittlerweile 10 verschiedene Prüfungen:
1. Verbandsringreiter
2. Vereinsringreiter
3. Materialprüfung
4. Eignungsprüfung für Zugpferde
5. Vierspänner
6. Zweispänner
7. Reitpferdeprüfung 1 Abt
8. Reitpferdeprüfung 2 Abt
9. Vereinsjagdreiter über 8 Hindernisse – 500 m
10. Weserjagdspringen
Als
Abschluss des Turnieres folgte natürlich das Wurster Trabrennen, sowie eine
Quadrille, die ebenfalls zur Tradition wurde und noch heute als „Wurster
Quadrille“ bekannt ist. Im darauffolgenden Jahr gab es nun erstmals eine
Damenabteilung auf dem Turnier – Mitglied im Verein durften sie jedoch immer
noch nicht werden.
66 Jahre nach Gründung des Vereins wurde immer noch regelmäßig jeden Samstag
trainiert, mittlerweile jedoch abwechselnd in Dorum und in Nordholz.
1929 wurde wiedermal versucht eine eigene Reithalle zu bauen. Ein Plan
zur Finanzierung wurde wie folgt beschlossen: es wurden Schaflämmer gekauft,
die bei den Mitgliedern in Futter gegeben wurden und durch den Ertrag sollte
dann der Hallenbau mitfinanziert werden.
Auch der Weihnachtsball der jährlich am 30.12. stattfand, wurde
ausgerichtet. Eine weitere Tradition, die sich bis heute großer Beliebtheit
erfreut.
Durch den zweiten Weltkrieg sind in den nächsten Jahren keine Ereignisse in
der Vereinsgeschichte aufgezeichnet.
1952 kann der Verein dann endlich ein eigenes Gelände erwerben. Dem
Verein wird durch Ernst Follstich ein Grundstück geschenkt. Er
tausche eines seiner Grundstücke mit einem der Krichengemeinde Dorum und
schenkt es dem Wurster Reitklub. Dieses Grundstück ist die heutige Weide und
der Springplatz des Wurster Reitklubs. Allerdings musste an die Dorumer
Gemeinde eine Abgabe von 3.000 DM geleistet werden, die wiederum auf die
einzelnen Mitglieder umgelegt wurde.
Dieses Jubiläum wurde wieder mit einem rauschenden Fest gefeiert.
1964
wird in der Vereinsgeschichte erstmals das Voltigieren erwähnt. Es dient
dazu den jungen Reiter den Umgang mit Pferden und den Einstieg in die
Reiterei zu ermöglichen.
Wichtiger ist in diesem Jahr aber wohl der Bau der ersten Reithalle. Da auch
für diese Halle viel Geld benötigt wurde, wurde in der Hauptversammlung
beschlossen, dass auch Mitglieder aufgenommen werden durften, die nicht in
Land Wursten wohnten.
Zudem wurde eine neue Uniform Ordnung festgelegt. Von nun an mussten die Mitglieder des Wurster Reitklubs bei allen öffentlichen Veranstaltungen in Schwarzem Jackett, weißer Hose und Kappe auftreten. Auch für die Voltigierer gab es eine Kleiderordnung: weiße Hose bzw. Rock und ein grünes Hemd bzw. Bluse.
1966 wurde das Strafgeld für nicht geleistete Arbeitsstunden auf 30 DM
festgelegt, außerdem durfte man sein Pferd nur noch mit Lederhalfter
einstallen. Diese Tatsache geht anscheinend auf das Wirtschaftswachstum in
dieser Zeit zurück.
1972 haben die Mitglieder Toiletten und Selbsttränke in den Stall gebaut.
1974
Wurde die Fuchsjagd erstmals in 3 Kategorien veranstaltet: Erwachsene,
Jugend und Ponys. Bis dahin galten die Ponys als zu gefährlich und hatten
sich bisher lediglich als Kinderbeschäftigung auf Höfen einen Namen gemacht.
Jedoch sollte sich dieses nun ändern.
Im Winter durften erstmals auch Ponys eingestallt werden.
1975
hatten sich die Ponys mittlerweile so in das Vereinsleben integriert, dass
in diesem Jahr das erste Ponyturnier veranstaltet wurde. Ab jetzt sollten
abwechselnd das Sommerturnier als Pony- und Pferdeturnier ausgeschrieben
werden.
1976 steht eine weitere wichtige Änderung auf dem Vereinsgelände an. Die
Stallungen und die Halle entsprechen nicht mehr den allgemeinen
Anforderungen, so dass auf der nächsten Hauptversammlung Baumaßnahmen
beschlossen werden. So wurde ein Ausschuss gegründet, der sich mit dem Umbau
befasst und folgenden Vorschlag machte: Die Reithalle wird aufgeteilt in
Stallungen und in Voltigier- und Longierhalle. An die Halle sollte ein
Kasino gebaut werden und wiederum ans Kasino eine Reithalle von 20 x 40 m.
Dieser Beschluss setzte sich durch. Um dieses Bauvorhaben zu verwirklichen
werden die Bausteine eingeführt.
1978
wird die neu gebaute Halle eingeweiht.
Der Verein besteht mittlerweile aus 220 Mitglieder, 60 Einstallern, von
denen die Hälfte Ponys waren, 6 Voltigiergruppen mit 2 Pferden, 5
Großpferdeabteilungen und 5 Ponyabteilungen.
1980 werden die Skatabende eingeführt, die bis heute jährlich
veranstaltet werden.
1983 fand die erste Kohl- und Pinkelfahrt statt.
1984 gehen die Beteiligungen und die Zuschauerzahlen bei den jährlich
durchgeführten Turnieren zurück. Deswegen wird beschlossen, dass die Pony-
und Pferdeturniere zusammengelegt werden sollten.
1986 Freizeitreiter lassen sich Unterricht geben.
Text, Bilder und Recherche: Anne Wehrmann