Der Verein

Geschichte

1862 Vereinsgründung

1862 Vereinsgründung durch:

- Leutnant Pratje aus Spieka Neufeld,
- Tierarzt Dr. Hildebrand aus Spieka,
- Bauer Eibe Friedrich Hey aus der Waakelstraße,
- Heinrich Ringe aus Dorum,
- Eduard Spink aus Schmarren und
- Eibe Wübbern aus Alsum, der den Vorsitz übernahm.

Die Gründung geht auf die Geschichte zurück, dass der König von Hannover das Wurster Land mit seiner Kutsche besuchte und die Wurster Bauern ihren König durchs Wurster Land begleiten wollten. Jedoch mussten sie bald feststellen, dass ihre Pferde nicht die Kondition hatten, um die königliche Kutsche zu begleiten. Deshalb wurde beschlossen, dass Reiter und Pferde trainiert werden mussten und somit wurde der Wurster Reitklub gegründet.
Schon damals wurde ein Turnier in jedem Sommer bei „Rhiel´s Garten“ in Cappel veranstaltet, damals wurde ein jährlicher Ringreitkönig ermittelt. Durch diese Art von Turnier sollte die „Kampfkunst zu Pferde“ trainiert werden. Trainiert wurde dafür jeden Samstag unter der Anleitung von Ulanen in Sievern.

1882 Erste Hallenbaupläne

20 Jahre nach Vereinsgründung wird eine Kommission zum Bau einer Reitbahn gegründet. Jedoch blieb dieses Vorhaben ohne Erfolg und die Wurster Reiter hielten ihr Training weiterhin auf einem Acker ab.

1897 Wurster Trabrennen

1897 wurde das Wurster Trabrennen erstmals in der Hauptversammlung erwähnt und in das Turnierprogramm aufgenommen. Die Strecke wurde auf 1.500 m festgesetzt, bis heute wird dieses Trabrennen am Ende eines jeden Turnieres in Dorum veranstaltet. Teilnehmen dürfen dabei nur Vereinsmitglieder des Wurster Reitklubs. Eine weitreichende Tradition, die noch heute jeden Turniergast und Teilnehmer begeistert.

1906 Jagdreiterei und Mitgliederzahlen

1906 wurden dann erstmals in den Protokollen die Jagdreiterei erwähnt.
Sechs Jahre später feierte der Wurster Reitklub dann sein erstes großes Jubiläum. In der örtlichen Zeitung wurde auf dieses Fest aufmerksam gemacht.
In diesem Jahr gehörten dem Verein 52 männliche Mitglieder an. 13 Frauen zählte der Verein ebenfalls, jedoch durften laut Satzungen Frauen keine Mitglieder sein, sie durften lediglich am Training teilnehmen.

1907 Erneute Baupläne und Turniererweiterung

Im nächsten Jahr wurde nochmals ein Komitee zum Bau einer Reitbahn gegründet, diesmal wurde schon eine Überdachung mit eingeplant. Durch den ersten Weltkrieg von 1914 - 1918 konnte jedoch auch dieses Vorhaben vorerst nicht durchgeführt werden.

3 Jahre nach Kriegsende hatte sich die Reiterwelt weiter entwickelt. So wurden nicht nur Ringreitturniere veranstaltet, es gab erste Spring- und Materialprüfungen, sowie Fahrprüfungen auf dem jährlichen Turnier.
So kam es, dass in diesem Jahr die ersten Sprünge auf Vereinskosten angeschafft wurden. Zudem stand das nächste Vereinsjubiläum an.

1922 Jubiläum 60 Jahre Wurster Reitklub

1922 feierte der Verein seine 60jährige Geschichte und um die Feier ausrichten zu können wurde jedes Mitglied zu einer Zahlung von 55 DM veranlasst.
Die Ausschreibung umfasste mittlerweile 10 verschiedene Prüfungen:

   1. Verbandsringreiter
   2. Vereinsringreiter
   3. Materialprüfung
   4. Eignungsprüfung für Zugpferde
   5. Vierspänner
   6. Zweispänner
   7. Reitpferdeprüfung 1 Abt
   8. Reitpferdeprüfung 2 Abt
   9. Vereinsjagdreiter über 8 Hindernisse – 500 m
 10. Weserjagdspringen

Als Abschluss des Turnieres folgte natürlich das Wurster Trabrennen, sowie eine Quadrille, die ebenfalls zur Tradition wurde und noch heute als „Wurster Quadrille“ bekannt ist. Im darauffolgenden Jahr gab es nun erstmals eine Damenabteilung auf dem Turnier – Mitglied im Verein durften sie jedoch immer noch nicht werden.


66 Jahre nach Gründung des Vereins wurde immer noch regelmäßig jeden Samstag trainiert, mittlerweile jedoch abwechselnd in Dorum und in Nordholz.

1929 Erneute Hallenbaupläne und Reiterball

1929 wurde wiedermal versucht eine eigene Reithalle zu bauen. Ein Plan zur Finanzierung wurde wie folgt beschlossen: es wurden Schaflämmer gekauft, die bei den Mitgliedern in Futter gegeben wurden und durch den Ertrag sollte dann der Hallenbau mitfinanziert werden.
Auch der Weihnachtsball der jährlich am 30.12. stattfand, wurde ausgerichtet. Eine weitere Tradition, die sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.
Durch den zweiten Weltkrieg sind in den nächsten Jahren keine Ereignisse in der Vereinsgeschichte aufgezeichnet.

1952 Verein erhält eigenes Gelände

1952 kann der Verein dann endlich ein eigenes Gelände erwerben. Dem Verein wird durch Ernst Follstich ein Grundstück geschenkt. Er tausche eines seiner Grundstücke mit einem der Krichengemeinde Dorum und schenkt es dem Wurster Reitklub. Dieses Grundstück ist die heutige Weide und der Springplatz des Wurster Reitklubs. Allerdings musste an die Dorumer Gemeinde eine Abgabe von 3.000 DM geleistet werden, die wiederum auf die einzelnen Mitglieder umgelegt wurde.

1962 Jubiläum 100 Jahre Wurster Reitklub

Dieses Jubiläum wurde wieder mit einem rauschenden Fest gefeiert.

1964 Bau der ersten Reithalle und Voltigieren

 

 

 

 

1964 wird in der Vereinsgeschichte erstmals das Voltigieren erwähnt. Es dient dazu den jungen Reiter den Umgang mit Pferden und den Einstieg in die Reiterei zu ermöglichen.
Wichtiger ist in diesem Jahr aber wohl der Bau der ersten Reithalle. Da auch für diese Halle viel Geld benötigt wurde, wurde in der Hauptversammlung beschlossen, dass auch Mitglieder aufgenommen werden durften, die nicht in Land Wursten wohnten.

 

 

 

 

Zudem wurde eine neue Uniform Ordnung festgelegt. Von nun an mussten die Mitglieder des Wurster Reitklubs bei allen öffentlichen Veranstaltungen in Schwarzem Jackett, weißer Hose und Kappe auftreten. Auch für die Voltigierer gab es eine Kleiderordnung: weiße Hose bzw. Rock und ein grünes Hemd bzw. Bluse.

1966 - 1975 Ponys halten Einzug

1966 wurde das Strafgeld für nicht geleistete Arbeitsstunden auf 30 DM festgelegt, außerdem durfte man sein Pferd nur noch mit Lederhalfter einstallen. Diese Tatsache geht anscheinend auf das Wirtschaftswachstum in dieser Zeit zurück.

1972 haben die Mitglieder Toiletten und Selbsttränke in den Stall gebaut.

1974 Wurde die Fuchsjagd erstmals in 3 Kategorien veranstaltet: Erwachsene, Jugend und Ponys. Bis dahin galten die Ponys als zu gefährlich und hatten sich bisher lediglich als Kinderbeschäftigung auf Höfen einen Namen gemacht. Jedoch sollte sich dieses nun ändern.
Im Winter durften erstmals auch Ponys eingestallt werden.

1975 hatten sich die Ponys mittlerweile so in das Vereinsleben integriert, dass in diesem Jahr das erste Ponyturnier veranstaltet wurde. Ab jetzt sollten abwechselnd das Sommerturnier als Pony- und Pferdeturnier ausgeschrieben werden.

1976 Beschluss zur Hallenerweiterung

1976 steht eine weitere wichtige Änderung auf dem Vereinsgelände an. Die Stallungen und die Halle entsprechen nicht mehr den allgemeinen Anforderungen, so dass auf der nächsten Hauptversammlung Baumaßnahmen beschlossen werden. So wurde ein Ausschuss gegründet, der sich mit dem Umbau befasst und folgenden Vorschlag machte: Die Reithalle wird aufgeteilt in Stallungen und in Voltigier- und Longierhalle. An die Halle sollte ein Kasino gebaut werden und wiederum ans Kasino eine Reithalle von 20 x 40 m.
Dieser Beschluss setzte sich durch. Um dieses Bauvorhaben zu verwirklichen werden die Bausteine eingeführt.

1978 Halleneinweihung

1978 wird die neu gebaute Halle eingeweiht.



Der Verein besteht mittlerweile aus 220 Mitglieder, 60 Einstallern, von denen die Hälfte Ponys waren, 6 Voltigiergruppen mit 2 Pferden, 5 Großpferdeabteilungen und 5 Ponyabteilungen.

1980 - 1984 Veranstaltungen

1980 werden die Skatabende eingeführt, die bis heute jährlich veranstaltet werden.

1983 fand die erste Kohl- und Pinkelfahrt statt.

1984 gehen die Beteiligungen und die Zuschauerzahlen bei den jährlich durchgeführten Turnieren zurück. Deswegen wird beschlossen, dass die Pony- und Pferdeturniere zusammengelegt werden sollten.



1986 Freizeitreiter lassen sich Unterricht geben.

Fortsetzung folgt….

Text, Bilder und Recherche: Anne Wehrmann

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